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Tödliche Talfahrt auf dem Tandem

Wiesbadener Kurier 28.07.2023 von Hendrik Jung SONNENBERG. Tristesse in Textform (Text vom Sieger Skog Ogvann) triumphiert beim diesjährigen Open-Air-Poetry-Slam im Rahmen der Sommerfestspiele Wiesbaden. Dennoch herrscht während des Finales große Heiterkeit unter den 350 Gästen im Burggarten von Burg Sonnenberg. Begleitet werden sie von Reggae, Funk und Rock, mit denen Gitarrist Marek Herz und Saxofonist Frederick Peterka als Duo „Jazzy Lines“ Klassiker der jüngeren Musikgeschichte interpretieren. Außerdem von Wolfgang Vielsack, dem Intendanten des kuenstlerhaus43, das die Sommerfestspiele ausrichtet… …Am Ende setzt sich Ogvann knapp gegen Göhre durch, die beide die volle Punktzahl seitens des Publikums erhalten. Der Leipziger schneidet jedoch etwas besser ab in der Bewertung durch sechs kulturpolitische Sprecher der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung…

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Spiel, Schein und Verwandlung

Wiesbadener Kurier 25.07.2023 von Claudia Kroll-Kubin SONNENBERG. Eine herrliche Maskerade auf der Klaviatur der Leidenschaften, ein humoreskes Crescendo voller Sprachsatire und Emotionen zwischen Melancholie und Euphorie, Poesie und Musik, verquickt mit dem Spiel um Geschlechterrollen, Grenzüberschreitungen und Wandlungen. Ein Karussell der Herzen im Kosmos aus Spiel und Sein. Alles ist möglich, alles dreht sich um nichts weniger als die Liebe, begleitet von der Devise: Die ganze Welt ist eine Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen wieder ab. Wie es euch gefällt. …von der schrägen wie frech-verrückten Shakespeare-Adaption, die Schauspiel mit rasantem Musical-Tanzspektakel kombiniert… Alles in allem eine rundum gelungene Premiere, die Lust auf mehr macht.

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Graues Haar sorgt für Gefahr

Wiesbadener Kurier 18.07.2023 von Manuel Wenda SONNENBERG. Schnell ist der Funke übergesprungen, die Handlung nimmt ihren Lauf: Musiker Joshua Platman wird das gesamte Stück über Impulse von E-Gitarre und Keyboard setzen… Auftritt der sieben Zwerge – doch halt! Es sind nur drei: Ronni, (Sol Spies Bermudez), Konni (Alina Stemmerich) und Bonni (Patrick Twinem). Unverzagt wie vergnügt verrichten sie ihre Arbeit, müssen Schneewittchen aber Rede und Antwort stehen, wo die restlichen vier geblieben sind: Die haben alle gekündigt und verfolgen nun glamouröse Karrieren in der Ferne. Uta Kindermann hat ein Stück geschaffen, das viele neue Perspektiven eröffnet, ohne den Glanz des Grimmschen Vorbilds verblassen zu lassen. So ist die Figur des Schneewittchens durchaus eitel, aber gutherzig. zugleich, was Dorothee Weingartens Spiel verdeutlicht…. Marie Hartmann spielt die Königin fesselnd, weckt teilweise Erinnerungen an Nina Hagen in ihrer Glanzzeit… Das gesamte Ensemble wirft einander komödiantisch die Bälle zu – und nimmt die Zuschauer mit. Außerdem werden leichtfüßig Brücken zu anderen Märchen, wie zu den „Bremer Stadtmusikanten“ oder „Pinocchio“ geschlagen. Vielerlei musikalisch unterlegte Wendungen gibt es… Die Gebrüder Grimm wussten saftige Assoziationen zu wecken, und Vielsacks Inszenierung tut dies auch…

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Grooviger Boogie, als die Räuber fliehen

Wiesbadener Kurier 19.07.2022 von Hendrik Jung SONNENBERG. Was liegt näher, als das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ als Musiktheater auf die Bühne zu bringen? Bei der Inszenierung im Rahmen der Sommerfestspiele Wiesbaden nutzt Regisseur Wolfgang Vielsack die Steilvorlage und macht den Musiker Imran Khan zum heimlichen Hauptdarsteller. Dieser begleitet die Gäste vom Anfang bis zum Ende ihres Besuches im Burggarten von Burg Sonnenberg. Zunächst sitzt er am Eingang und begrüßt das Publikum mit sommerlich leichten Melodien. Das Instrument lässig geschultert schlendert er schließlich über den durch die vorderen Reihen verlaufenden Aufgang und sorgt besser als jedes Lauten dafür, dass sich die Aufmerksamkeit der Gäste nun der Bühne zuwendet…

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Schwarzbunte Shakespeare-Show

Wiesbadener Kurier 25.07.2022 von Viola Bolduan SONNENBERG. Amüsant geht Hamlet“ auch – auf jungen, zumeist nackten Beinen und stirbt auf dieselbe, nämlich unterhaltsame Art. Es ist der alte Shakespeare-Plot von Brudermord. Königin Verführung, Kronenraub und Rache am dänischen Hof – die Dynamik aber ist neu in dieser Aufführung unter dem Titel „Being Hamlet“ (Hamlet-Sein in fantasievoller Variation des berühmtesten aller Monologe der Theatergeschichte) im Sonnenberger Burggarten, einer Kooperation von kuenstlerhaus43 und der Musical Academy Mainz, die gestern Abend Premiere hatte. Susanne Müller vom kuenstlerhaus43 begrüßt vor einem gut, aber nicht ganz voll besetzten Publikumsrund zum 10. Sommerfestspiel-Geburtstag, dankt allen Förderern, darunter der Stadt, deren Kulturdezernent Axel Imholz (SPD) wiederum zum „besonderen Stellenwert“ des Hauses beglückwünscht. Blubb-blubb“ geht…

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Applaus für eine „heiße“ Flucht

Wiesbadener Kurier 23.07.2021 von Hendirk Jung WIESBADEN – „Ein Fall für Paul Temple“ bei den Sommerfestspielen im Burggarten (…) es geht (…) Schlag auf Schlag. Denn das verschollene Originalhörspiel ist vor 70 Jahren mit fünfeinhalb Stunden fast drei Mal so lang gewesen wie die Bearbeitung von Klaus Krückemeyer. Für das HR 2 Radio Livetheater hat der Regisseur das Manuskript von Francis Durbridge auf zwei Stunden gekürzt (…) Höhepunkte im Spannungsbogen dicht gedrängt. (…) Nachdem die Uraufführung der Inszenierung im vergangenen Monat virtuell stattfinden musste, kommt der Klassiker in Sonnenberg erstmals live auf die Bühne; mit Andrea Ballschuh als Gastdarstellerin, die die Aufführung etwa mit Berliner Schnauze bereichert. (…) Klaus Krückemeyer vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden (…) ermittelt, (…) Szenenapplaus erhält er für seine Darbietung (…) der Flucht aus einer brennenden Kirche. (…) für das dazugehörige Geräusch ist (…) Axel Senn zuständig. (…) Mit in Holz getriebenen Metallstangen lässt er Türen quietschen, (…) und mit einer überdimensionalen Wärmflasche aus Gummi erzeugt er verblüffend authentisch den Klang quietschender Reifen  bei einem rasanten Fahrma növer. (…) Die 2. Aufführung am 2. Oktober ist im Wiesbadener Staatstheater geplant.

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